Nachhaltigkeit trifft Kultur – Schwemme e.V.

Heute schon an morgen denken.

In Form von kultureller, ehrenamtlicher Arbeit und einem nachhaltigen Sanierungskonzept. Beim Schwemme e.V. verbinden sich diese Maxime zu einem spannenden Projekt.

Ein Relief das einen Pelikan im Nest zeigt. Es ist Teil der Außenfassade der Schwemme.

Das Pelikanrelief befindet sich an der Außenfassade der Schwemme.

Das ehemalige Brauhaus zum Pelikan an der Schwemme 1 liegt zwischen der Händel- Halle und dem MDR Gebäude. Es gehört zu den gefährdeten Baudenkmälern der Stadt. Es wäre schon längst abgerissen worden, gäbe es da nicht das bürgerliche Engagement und den Schwemme e.V.. Ein Verein, der sich 2015 aus einer Bürgerinitiative heraus gegründet hat. Ziel ist es das Baudenkmal zu bewahren und einen historisch-spannenden Ort wiederzubeleben. Das Gebäude, das nach einem Brand im Jahre 2015 vom Verein erworben werden konnte, wird seitdem denkmalgerecht aufgebaut und saniert.

Die Schwemme wird irgendwann ein recyceltes Bauwerk, das auch recycelbar ist.“

Berichtet uns Johanna Voll, die seit 3 Jahren im Verein tätig ist. Sie erklärt den Nachhaltigkeitsgedanken beim Wiederaufbau des Gebäudes. Rohstoffe werden nicht etwa im Baumarkt neu gekauft, sondern wiederverwendet. Zum Beispiel werden Sandsteine, welche bei einem Hausabriss über bleiben, abgetragen und finden im Aufbau der Schwemme eine neue Verwendung. Auch alte Bautechniken, wie das Verputzen mit Lehm, sind Bestandteil des Sanierungskonzeptes. Erfahrene Fachleute arbeiten mit ehrenamtlichen Helfer*innen zusammen und bringen sich derweil gegenseitig etwas bei.

Drei Schilder auf denen mit Text und Bild die Geschichte der Schwemme erklärt wird.

Die drei Tafeln geben einen kleinen Überblick zur Geschichte des Gebäudes.

Ein Integrationsprojekt mit Nachhaltigkeitsgedanken.

Die bunte Mischung von Helfer*innen im Schwemme e.V. zeigt, dass Engagement unterschiedliche Menschen zusammen bringen kann. Ob FSJler*innen oder junge „Joblinge“, die noch in der Orientierungsphase stecken, die nächsten Generationen werden bewusst mit eingebunden. Aktive Rentner*innen, die sich zu Hause nur langweilen würden, arbeiten mit Historiker*innen und Architekt*innen zusammen, um etwas neues entstehen zu lassen. Die ehrenamtlichen Mitglieder bringen sich handwerklich und kreativ in das Projekt ein und lassen eine integrative Baustelle entstehen, wo jeder eine Chance bekommt.

Die Außenfassade mit Schaufenster der Schwemme.

„An der Schwemme 1“ Außenfassade mit Schaufenster.

Freiraum für Kreativität.

Eine kleine schmale Holztreppe führt nach oben in die sog. Tenne, die als Ausstellungsraum dient. Ein großer offener Raum mit frei liegenden Balken und Sicht bis hin zum licht durchfluteten Dach dient als Kunstraum für den Verein. Hier können Künstler*innen ihre Arbeiten präsentieren und mit den Räumlichkeiten arbeiten. Zur Straßenseite gibt es ein Schaufenster, welches für die Außenwirkung bespielt werden kann.

Detailaufnahme des Schaufensters, was von Künslter*innen bespielt wird. Hier sehen wir Biergläser mit Füßen aus Keramik.

Das Schaufenster mit Exponaten der letzten Ausstellung. „Tjenemit & Hildegard“

 

Die Schwemme als Ort für Kunst- und Kreativwirtschaft.

Johanna erklärt die zukünftige Entwicklung des Ortes in einer Art 3-Säulenmodell.

  • Die Schwemme als Kompetenzzentrum für natürliche Baustoffe. Die Vermittlung von alten Bautechniken an Handwerker*innen und Privatleute steht im Mittelpunkt.
  • Die Schwemme als dritter Ort. Als Ort der Begegnungen auf unterschiedlichen Ebenen mit Veranstaltungen, Workshops und einer Bühne für Kleinkunst.
  • Die Schwemme als Arbeitsort. Unter dem Dach soll ein Coworking Space für Selbstständige aus der Kunst- und Kreativwirtschaft geschaffen werden.

Ein ambitioniertes Vorhaben, dass natürlich nicht ohne die Hilfe der Stadt, verschiedenen Förderern und dem Engagement der Bürger*innen vonstatten geht

Ein soziokulturelles Zentrum mit eigenem Bier.

Die Schwemme ist ein soziokulturelles Zentrum mit verschiedenen Formaten. Eigene Veranstaltungen wie Ausstellungen, Konzerte und Führungen bieten ein vielfältiges Programmangebot und laden ein, diesen außergewöhnlich schönen Ort immer wieder neu zu entdecken. In einem Testlauf wird hier an dem historischen Ort auch wieder Bier gebraut. In der Mikrobrauerei entsteht das Pelikan Bier, welches man nur hier bekommen kann.

Wer das Bier einmal probieren möchte oder sich für einen Arbeitseinsatz anmelden will, kann das über die Helfer*innen-Liste auf der Homepage tun. Natürlich freut sich der Verein auch über Spenden.

Man kann auch positiv in die Zukunft blicken, denn nachhaltig bewusst leben, denken und vor allem handeln, ist ein Teil unseres Lebens miteinander geworden. Auch Kunst- und Kulturprojekte binden Nachhaltigkeit mit in ihre Konzepte ein und fördern ein Umdenken. In etlichen Kunst- und Kulturprojekten in Halle/Saale wird der Nachhaltigkeitsgedanke verfolgt und es lohnt sich auf jeden Fall, mal genauer hinzuschauen!

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